Das Gesetz zum Recht auf Reparatur tritt am 31. Juli in Kraft

Das Recht auf Reparatur steht kurz bevor

DE – Am 30. Juli 2026 tritt die Richtlinie über das Recht auf Reparatur in der EU in Kraft. Am darauffolgenden Tag, dem 31. Juli, müssen die EU-Mitgliedstaaten sie in nationales Recht umsetzen und anwenden. (In Deutschland hat der Bundestag das Gesetz bereits im Juni verabschiedet, sodass die Richtlinie fristgerecht in Kraft tritt.) Dieser legislative Erfolg ist das Ergebnis eines langen und harten Kampfes für das Recht der Verbraucher, ihre eigenen Produkte zu reparieren. Er ist ein wichtiger Baustein zur Verwirklichung der Vision einer „Circular Economy“, doch der Kampf ist noch nicht entschieden.
Was ist das Recht auf Reparatur?
Jahrelang haben Hersteller mit einer Reihe trickreicher oder irreführender Praktiken versucht, Verbraucher davon abzuhalten, ihre Produkte selbst zu reparieren und wiederzuverwenden. Indem sie den Zugang zu Ersatzteilen, Werkzeugen, Software oder Anleitungen einschränken, schließen Hersteller unabhängige Reparaturwerkstätten aus und zwingen Verbraucher, entweder teure, vom Hersteller autorisierte Reparaturwerkstätten aufzusuchen oder das Produkt zu entsorgen, was wiederum zu mehr Abfall führt. Diese Praktiken führen zu massenhafter Entsorgung von Elektroschrott in Entwicklungsländern des globalen Südens sowie zur Schließung unabhängiger Reparaturwerkstätten und zu steigenden Preisen für Verbraucher in der EU.
Wird sich all dies nun ändern, da das Recht auf Reparatur in der EU in Kraft tritt?
Nicht ganz.
Nur wenige Produkte, wie beispielsweise Waschmaschinen und Handys, fallen unter die Reparierbarkeitsbestimmungen. Diese Regelungen sollen gewährleisten, dass Ersatzteile für Endverbraucher verfügbar und bezahlbar sind. Derzeit ist jedoch nur ein kleiner Teil der Teile erhältlich, und es ist unklar, was ein „angemessener“ Reparaturpreis sein wird.
Hier erfahren Sie, welche Produkte von den neuen Regelungen erfasst werden. Die Koalition „Right to Repair Europe“ hat dazu eine hilfreiche Übersichtsseite erstellt, die zeigt, was abgedeckt ist und was nicht. Ab 2027 wird die EU-Kommission über „Your Europe“ ein Portal einrichten, über das Verbraucher leichter Reparaturdienste für ihre Produkte finden können.
Wie geht es mit der Gesetzgebung weiter?
Die Koalition „Recht auf Reparatur Europa“ und die breite Bewegung hoffen, in Zukunft ein universelles Recht auf Reparatur in der EU zu erreichen, indem wichtige Lücken im Reparaturrecht geschlossen werden.
Einige Beispiele:
• Die Definition eines „angemessenen“ Preises für Ersatzteile in der geltenden Gesetzgebung. Eine Studie der Right to Repair Europe Coalition ergab, dass Verbraucher maximal 30 % des Neupreises für eine Reparatur zu zahlen bereit sind.
• Bessere Regulierungen für importierte Produkte, die über Online-Marktplätze verkauft werden.
• Verbot des Teiletauschs und der Softwareblockierung, bei der Hersteller Reparaturen durch Dritte verhindern. Obwohl diese Praxis in der neuen Gesetzgebung verboten ist, erlaubt eine Gesetzeslücke sie weiterhin, wenn sie „durch legitime und objektive Gründe gerechtfertigt“ ist. Hersteller können diese Lücke leicht ausnutzen, indem sie Bedenken hinsichtlich Cybersicherheit, geistigem Eigentum oder sonstiger Sicherheit anführen – manche berechtigt, manche nicht – und Verbraucher so zwingen, teure Ersatzteile oder autorisierte Reparaturwerkstätten zu bezahlen.

Verbraucher sind bereit maximal 30 % des Neupreises für eine Reparatur zu zahlen.

Mehr zum Thema „Recht auf Reparatur“:
Die Right to Repair Europe Coalition bietet einen praktischen Überblick über den aktuellen Stand.
In Kiel gibt es mehrere Reparaturcafés, in denen Experten Ihnen bei der Reparatur Ihrer Produkte helfen:
Reparaturcafé Kiel-Wik auf dem AnscharCampus: https://anscharcampus.de/akteure/reparaturcafe-wik
Reparaturcafés des Kieler Ostufers in Gaarden, Ellerbek, Wellingdorf und Neumühlen-Dietrichsdorf.

The Right to Repair is almost here

EN – On July 30, 2026, the Right to Repair Directive comes into force in the EU. The following day, July 31, EU nations must transpose it into law and apply it moving forward. (In Germany, the Bundestag passed the law back in June, meaning the Right to Repair Directive will go into force on time.) This legislative victory follows a long and hard battle for the consumer’s right to repair their own goods. It’s a key part of achieving the Circular Economy vision, however, the battle is not over just yet.
What is the Right to Repair?
For years, corporations and manufacturers have used an array of tricky or misleading practices to discourage consumers from reusing and repairing their own goods. By restricting access to parts, tools, software or manuals, manufacturers shut out independent repair shops and force consumers to either use expensive manufacturer-authorized repair shops or to throwaway the product, thus generating more waste. These practices lead to mass e-waste dumping in developing countries in the Global South, as well as shuttered independent repair shops and increasing prices for consumers in the EU.
So, will all this change now that Right to Repair is becoming law in the EU?
Not quite.
Only a small number of products are covered by the repairability requirements, such as washing machines and cell phones. These regulations are meant to guarantee that spare parts will be available and affordable to end-users. However, only a small minority of parts are currently available and it’s unclear what a “reasonable” price for repair will be.
You can find out which products are covered by the incoming rules here, where the Right to Repair Europe coalition created a helpful overview page of what’s covered and what’s not. In 2027, the EU Commission will set up a portal via “Your Europe” that will allow consumers to find repairers for their products more easily.

The maximum consumers are willing to pay for repair is 30% of the cost of purchasing a new product.

What are the next steps for legislation?
In the future, the Right to Repair Europe coalition is hoping to achieve a Universal Right to Repair in the EU by closing key anti-repair loopholes.
A few examples include:
  • Defining a “reasonable” price for spare parts in the current legislation. A study by Right to Repair Europe coalition found that the maximum consumers are willing to pay for repair is 30% of the price of purchasing new product.
  • Better regulations on products sold through online marketplaces imported from abroad.
  • Banning parts-pairing and software blocks, in which manufacturers prevent repairs by third parties. Although this practice is banned in the new legislation, a loophole allows the practice if “justified by legitimate and objective factors.” Manufacturers can easily exploit this loophole by citing cybersecurity, IP or security concerns – some real, some not– and force consumers to pay for expensive parts or authorized repair shops.
To find out more about the Right to Repair in Europe:
The Right to Repair Europe Coalition’s handy overview of the current state of play.
In Kiel, there are a number of repair cafes where experts can help you repair your products:
Reaparturcafe Kiel-Wik at the AnscharCampus: https://anscharcampus.de/akteure/reparaturcafe-wik
Kieler Ostufer’s Reparatur-Cafes in Gaarden, Ellerbek, Wellingdorf, and Neumühlen-Dietrichsdorf.

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