Es ist jetzt einfacher denn je, teilnehmende Geschäfte zu finden. Achten Sie auf den blauen Aufkleber vor dem Eingang – wiederverwendbare Behälter sind hier willkommen.
„Viele Menschen möchten im Alltag nachhaltiger handeln – und der tägliche Einkauf ist ein guter Anfang."
Marie Delaperriére mit Zero Waste Kiel e.V.
DE – Seit der Schließung der letzten unverpackten Läden in Kiel ist es für viele Konsument:innen schwieriger geworden, beim Einkauf Müll zu vermeiden. Zwar bieten einige Geschäfte kleine „Unverpackt-Ecken“ oder Mehrwegbehälter an, doch einheitliche Standards fehlen meist. Nicht selten müssen Kund:innen erst umständlich nachfragen, ob ihre mitgebrachten Behälter akzeptiert werden – was abschrecken kann.
Genau hier setzt das Projekt „Zero Waste Einkaufen“ an: mit einem einheitlichen Sticker an der Ladentür erkennen Kund:innen künftig auf einen Blick, wo eigene Behältnisse willkommen sind – ganz ohne Diskussion an der Theke. Das Projekt baut auf einer ähnlichen Initiative auf, die Zero Waste Kiel 2018 ins Leben gerufen hat. Nach der COVID-Pandemie wollte der Verein das „Zero-Waste Shopping“-System in Kiel wiederbeleben, indem er neue Unternehmen gewann und die Öffentlichkeit durch eine koordinierte Kampagne sensibilisierte.
Mit Unterstützung und Förderung von Bingo, der Umweltlotterie, startete Zero Waste Kiel e.V. das „Zero-Waste Einkaufen“ im 2025 neu. Zunächst informierte der Verein ehemalige Teilnehmer und neue Partner über das Programm, indem er Informationsveranstaltungen organisierte, in sozialen Medien postete und Unternehmen über Instagram kontaktierte. So konnten Fragen und Bedenken aus der Bevölkerung geklärt und die Basis für den direkten Dialog mit den teilnehmenden Unternehmen geschaffen werden.
Projektleiterin Nora Stroetzel koordinierte die zweite Phase des Zero-Waste-Einkaufs, die von Juli 2025 bis Januar 2026 lief. Stroetzel rekrutierte drei neue Botschafter, die gemeinsam aktiv auf die Geschäfte zugingen. Da einige Unternehmen Bedenken hinsichtlich der Kosten einer Teilnahme hatten, betonten die Botschafter, dass das Programm kostenlos sei. Sie hoben außerdem die finanziellen Vorteile hervor, wie beispielsweise die Vermeidung von Lizenzgebühren für Pfandsysteme oder die Kostenübernahme für eigene Einwegprodukte.
Die größte Herausforderung bei der Rekrutierung bestand darin, dass oft kein Inhaber oder Geschäftsführer vor Ort war, wenn unsere Botschafter die Geschäfte ansprachen. Auch die Mitarbeiter von Handelsketten zeigten zwar häufig Interesse am Programm, konnten aber keine Genehmigung erteilen. Es erwies sich oft als schwierig, Entscheidungsträger in den Unternehmenszentralen oder per Telefon oder E-Mail zu erreichen.
Glücklicherweise trafen wir auf viele Unternehmen, die begeistert und motiviert waren, teilzunehmen. Besonders die Händler auf den Kieler Wochenmärkten zeigten sich sehr aufgeschlossen. Es erwies sich als effektiv, zunächst zu fragen, ob Kunden ihre eigenen Behälter mitbringen könnten. Wir zeigten außerdem, wie Aufkleber angebracht werden können und wie man Zero-Waste-Shopping im Geschäft am besten fördert. Die kostenlose Teilnahme am Projekt erwies sich als großer Erfolg, und viele Unternehmen sagten ihre Teilnahme spontan zu, gerade weil sie kostenlos war.
Zahlreiche Presse- und Umweltorganisationen in Kiel trugen zur Verbreitung des Projekts bei. Dazu gehören unter anderem: Foodsharing Kiel e.V., Greenpeace Kiel e.V., Ocean Summit, Green Office Uni Kiel, Bund SH, Permakulturzentrum, schnorcheling city, Surfrider Kiel, KLIK Uni Kiel, Werkstattkonsum, Health for Future, Stadtmacher Kiel, das Zeik Center, die Anlaufstelle Nachbarschaft, How to Kiel, Südfriedhof Entdecken, Marktschwärmer Kiel, Wochenmärkte Kiel, kielmagazin, das Stadtmagazin KielerLeben und die Stadt Kiel.
Bis zum Ende der Projekt im März 2026 hatten wir 102 Unternehmen kontaktiert. Davon erklärten sich 47 zur Teilnahme bereit. 16 Unternehmen haben abgelehnt, und wir warten noch auf die Antworten von 39 Unternehmen.
Zero Waste Kiel freut sich, bekanntzugeben, dass das Zero-Waste-Einkaufssystem wieder in Betrieb ist und wir dieses Netzwerk zukünftig weiter ausbauen werden. „Wir freuen uns sehr über alle teilnehmenden Unternehmen – und über die Bürgerinnen und Bürger, die als Botschafter fungieren und dazu beitragen, dass noch mehr Geschäfte den Aufkleber erhalten“, ergänzt Marie Delaperriére.
Alle teilnehmenden Unternehmen, die auf unserer Website gelistet werden wollten, sind nun hier leicht zu finden. Jedes Geschäft erhielt zudem Informationsmaterial und Erläuterungen, die auf den Empfehlungen des Bundesverbands Lebensmittelsicherheit basieren und mit dem Kieler Lebensmittelamt abgestimmt wurden.
Interessierte Händler:innen können sich unkompliziert beim Verein melden::
www.zerowaste-kiel.de
verein@zerowaste-kiel.de
"Zero Waste Shopping" is back in Business in Kiel!
"Many people want to act more sustainably in their daily lives – and everyday shopping is a good start."
Marie Delaperriére of the Zero Waste Kiel e.V.