Am 11. Februar wurde das Cobl in Kiel für einen Abend lang zur Bühne für kreislauffähige Zukunftsvisionen: Beim Storytelling-Event „Circular Stories“ kamen Menschen zusammen, um von Kunst, Seegras, verlorenen Geisternetzen, und der Einbindung von Zero Waste Meaßnahmen in den Alltag einer Eventmanagerin zu erzählen.
Ein Abend voller Geschichten
Im Rahmen des Creative Ciruclar Cities Projekts wurde zum Thema „Circular Stories“ eigenladen: es drehte sich im Cobl alles um die Frage, wie ein nachhaltiger, ressourcenschonender Lebensstil in verschiedenen Bereichen aussehen kann – und wie wir ihn erlebbar machen: mit persönlichen Geschichten.
Die Geschichten reichten von künstlerischen Projekten über die Nutzung von Seegras als Rohstoff bis hin zu Geisternetzen, die aus der Ostsee geborgen und in etwas Neues verwandelt werden.
So wurde spürbar: Kreislaufwirtschaft ist keine abstrakte Strategie – sie spielt sich in Ateliers, Werkstätten, Events, Küchen und Stadtvierteln ab.
Kooperation für eine zirkuläre Stadt
„Circular Stories“ zeigt als Gemeinschaftsprojekt, wie viele Akteur*innen in Kiel bereits an einer zukunftsfähigen Stadt arbeiten.
Das Event entstand in Kooperation zwischen Anscharcampus, Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, opencampus.sh, Storytelling Kiel, dem Cobl und Zero Waste Kiel e.V. im Rahmen des Projekts „Creative Circular Cities“, das durch das Interreg-Ostseeprogramm kofinanziert wird.
Diese Zusammenarbeit knüpft an frühere Aktivitäten an, bei denen Zero Waste Kiel e.V. gemeinsam mit Partnern Formate entwickelt hat, um Bürger*innen für Kreislaufwirtschaft zu begeistern – etwa Festivals und Workshops im Rahmen von „Creatives Circular Cities“.
„Circular Stories“ fügt der bisherigen Arbeit einen wichtigen Baustein hinzu: die emotionale Dimension von Wandel.
Warum Storytelling für Zero Waste so wichtig ist
Zahlen, Gesetze und Strategiepapiere sind wichtig – aber sie allein bewegen wenig.
Geschichten hingegen berühren, bleiben hängen und machen deutlich, warum Veränderung sich lohnt.
Beim Storytelling-Abend wurde deutlich, dass Zero Waste und Kreislaufwirtschaft immer dann besonders greifbar werden, wenn Menschen aus ihrem eigenen Leben erzählen:
- wie sie Materialien retten, die sonst im Müll landen würden
- wie aus Resten Kunstwerke entstehen
- wie ein vermeintlicher „Abfall“ plötzlich Wert bekommt
Solche Erzählungen knüpfen an den Alltag der Zuhörer*innen an und laden dazu ein, selbst ins Handeln zu kommen – sei es beim nächsten Einkauf, beim eigenen Konsumverhalten oder im Engagement in der Nachbarschaft. Wer z.B. ein Möbelstück bauen oder reparieren möchte kennt nun auch die Personen hinter der WerkStattKonsum. Oder wer demnächst ein eigenes Event plant, fühlt sich vom Vortrag von Jessi Krahl vom Waterkant Team inspiriert eigene Maßnahmen umzusetzen.
Ausblick: Wenn aus Geschichten Taten werden
Für Zero Waste Kiel e.V. war der Abend im Cobl eine Gelegenheit, zu zeigen, dass der Weg zur Zero-Waste-City Kiel über viele kleine und große Geschichten führt.
„Circular Stories“ passt genau in dieses Bild: Statt nur über „richtiges Trennen“ zu sprechen, macht der Verein gemeinsam mit seinen Partnern erlebbar, wie attraktiv ein Lebensstil sein kann, in dem Ressourcen geschont, Dinge weitergenutzt und Materialien neu gedacht werden.
Der Abend endete nicht mit der letzten Story – viele Gespräche gingen bei Musik und Getränken weiter. Wer wollte, konnte direkt Kontakte knüpfen, Ideen für eigene Projekte spinnen oder einfach Inspiration mit nach Hause nehmen.
Nora Stroetzel